Die Sicht eines Künstlers
Was beflügelt mich, wenn ich als Künstlerin Wesen oder Formen aus einer nicht sichtbaren Welt auf Leinwand oder Steine bringe. An Engel glaubt die Mehrzahl der Menschheit. Sie kommen in fast allen Religionen vor und sind Bestandteil der meisten Glaubenssysteme von uns Menschen. Kraft und Energie von Krafttieren ist für viele auch vorstellbar, weil wir sie mit den physischen auf der Erde lebenden Tieren in Verbindung bringen können. Spätestens bei Drachen und Einhörnern werden jedoch viele aussteigen, die Engel noch als akzeptable Bestandteile ihrer eigenen Welt und Wirklichkeit sehen. Wo hört also die Realität oder Wirklichkeit auf und wo fängt Phantasie an? Oder ist Phantasie ein Vorläufer der materiell sichtbaren Welt? Und sind die Bilder und Symbole, die der Phantasie entspringen ein Instrument der Schöpferkraft in uns Menschen?
Schon Einstein erkannte: „Phantasie ist wichtiger als Wissen.“
Als Künstlerin muss ich mich nicht entscheiden, ob etwas wahr ist und wirklich oder nicht. Hier kann ich ganz frei dem „Nichtsichtbaren“ Ausdruck verleihen in Form und Symbolik, wie es in mir oder durch mich ‚erscheint‘. Hier kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen. Und stelle dabei fest, dass der Phantasie, der keine Grenzen gesetzt sind, auch meine Grenzen in meinem Bewusstsein weichen. Ich komme in Berührung mit der grenzenlosen Schöpferkraft, der ich frei Ausdruck verleihen kann. Immer mit meiner Absicht verbunden, dem Leben, den Menschen, der Welt in ihrer Schönheit auf eine positive Weise zu dienen. Und lasse dabei Wesen lebendig werden, bei denen Erwachsene ihre Kindern gerne lächelnd darauf hinweisen, dass es so etwas in Wirklichkeit nicht gibt.
Wahrheit oder Phantasie? Das ist hier vielleicht nicht die Frage, die wir stellen sollten. Sondern führt die Phantasie zur Wahrheit, wenn ich mich nicht an sichtbaren Formen festhalte.
Vielleicht inspirieren dich meine Bilder, in denen neben Engeln, Delfinen, Krafttieren, Symbolen auch Drachen und Einhörner und vieles andere erscheint, deine Phantasie wieder zu „beflügeln“. Dich wieder mit dem Märchenhaften oder Sagenhaften zu verbinden. Und machen dadurch deine materielle, sichtbare Welt bunter, heller und leuchtender.
Und vielleicht laden sie dich auch ein, deine Grenzen auszudehnen und deine Schöpferkraft neu zu entdecken bzw. dich daran zu erinnern, dein Leben erst in deiner Phantasie und folgend in deinem Erleben so zu gestalten, wie du dir dein Leben wünscht.